Was ist denn zur Zeit los. Es gibt so viele Gründer, die mit hochlobenden Versprechungen ihre Startups ins Web 2.0 schmeissen, die Revolution ankündigen, die sintflutartig auf die Nutzer zukommen soll (auch der onsari-Effekt genannt) und dann?
Nach einigen Wochen / Monaten verschwinden sie wieder, haben aber nicht mal die Eier in der Hose (Eierstöcke erwähne ich jetzt auch mal im Zuge des Gleichstellungsgrundsatzes), ihr scheitern zu kommunizieren.
Nicht, das irgendeiner dazu verpflichtet wäre. Wer macht das schon gerne. Aber wenn man etwas ankündigt, nein, es in die Welt schreit, um seine 5 Minuten Ruhm zu erhaschen, ist es dann nicht logisch, als gereifte Persönlichkeit, auch der Welt mitzuteilen, dass man vielleicht doch danbene gelegt hat? Ist das nicht ein Zeichen von Grösse, Anstand und Charakter?!
Stattdessen gibt es immer mehr Startups wie z.B. Beatjoe, die mal klammheimlich die Pforten in ihr Stück des Web 2.0 schliessen, in der Hoffnung, dass niemand das etwas von der fehlenden Nichtexistenz merkt. Jungs ( und Mädels), Charakter kann man nie früh genug entwickeln. Und für genau so einen Zweck hat man (den testosterongesteuerten unter uns), die zwei Knicker in der Hose mitgegeben! Mal drüber nachdenken!
In der Blase 1.0 gab es wenigstens noch Pressemeldungen, dass man sich verabschiede (mit mehr oder weniger schönen Ausreden und neuen Optionen, die einem das Leben biete). Oder bin ich einfach nur ein Opfer meiner Erziehung?!
Hehe, in der Blase 1.0 waren aber auch alle schon an der Börse oder auf dem Weg dorthin… da sind dann entsprechende Pressemitteilungen selbstverständlich.
Wenn wir schon dabei sind, können wir gleich noch ein paar andere “Flops” vermelden. Die drei da unten haben sich alle still und leise aus dem Staub gemacht. Da muss man ja bloomstreet noch einmal loben, die haben sich ordentlich ausgeloggt.
askfirst.de
amivini.de
videotomie.de
@Peter
Gute Idee, eine “Ausgeloggt”, klingt gut
Hat sich noch wer ausgeloggt, wenn wir schon dabei sind?
@Alex
Stimmt, aber damals macht man es auch wenn man nicht an der Börse war öfters. Heute scheint man ja zu denken man kann einen auf “dicke Hose” machen und sich dann mit eingezogenem Schwanz davon trollen.
Deswegen finde ich die Idee eine “Ausgeloggt” Kategorie eigentlich sehr charmant. Wer es vergessen hat, für den hole ich das nach
Na zumindest Amivini hat in nem Weinmagazin das bei mir irgendwo rumfliegt, das “Ausloggen” bekannt gegeben.
hihi habe mich auch nicht abgemeldet, war aber auch noch nicht online und hatte nix angekündigt ich hoffe es wird mir verziehen…
Naja, ich denke man kann Web2.0-Startups eher selten vorwerfen “einen auf dicke Hose” gemacht zu haben. Onsari mal ausgenommen
Klar klingen die Ankündigungen am Anfang immer (zu) optimistisch, aber wenn man es mit Werbeaussagen in anderen Industrien vergleicht…
Und wem bringt schon eine Pressemitteilung zu Beerdigung was? Die Seiten haben ja offensichtlich keinen / wenige interessiert. Insofern liefern solche Nachrichten nur leichter verdauliches Futter für negativ bzw. kritisch orientierte Blogs wie diesem. Und das “gescheiterte” Gründer anderes zu tun haben, als diesen Bloggern die “Arbeit” zu erleichtern, dürfte verständlich sein, oder?
Vielleicht ist der Onsari-Effekt letztlich auch die Ursache für die Verkrümelungstendenz. Wie heißt es doch so schön:
Wofür sollten sich die Gründer rechtfertigen? Sie haben einen lustigen Online-Dienst über Monate kostenlos angeboten. Rechtfertigungsbedarf für die beatjoe-Gründer sehe ich höchstens vor den Investoren (sofern es die im vorliegenden Fall überhaupt gab). Allerdings hätte ein kurzer und netter Hinweis die User sicher gefreut …
War denn der Betrieb der Plattform so teuer, dass man sie nicht noch ein wenig hätte weiterlaufen lassen können?
@Thomas
Rechtfertigen nicht, rechtfertign muß man sich nur vor seinem Gewissen und allen, die vielleicht materielle oder immaterielle Güter in einen investiert haben.
Aber ich vergleiche es gerne mit dem Flirtgespräch eines 20jährigen:
Sein Ziel: Sex mit so vielen hübschen Mädchen wie möglich (ja, ja, ich weiß, plakativ, provozierend etc. Aber meistens Realität
)
Also, was macht er? Richtig er spricht eine an, stellt sich im besten Licht dar (hypt sich selber) usw. Und nachdem es dann zum “Abschluss” gekommen ist, ob ein oder mehrmals, dreht er sich ja auch nicht einfach um und geht wortlos, oder? Man sagt wenigstens “Tschüss”, schon aus reiner Höflichkeit.
Zu scheitern ist kein Brandmark, aber wenn man sich selber ins Licht rückt, sollte man die Grösse haben, zumindest ein “Tschüss” ins die Welt zu rufen.
Man muss ja auch nicht den Kunath machen…
@Maik
Natürlich wird ein gescheiterter Gründer nicht in kritischen Blogs ein Bachbeben auslösen wollen. Aber mal ehrlich, wenn jemand sagt “sorry, hat nicht geklappt”, was will man dazu sagen / schreiben?! Höchstens ein “ich hab’s gewusst”…
Und ich finde viele Startups hypen schon sehr, alleine wenn es um Zahlen geht. Ein schönes Beispiel ist verwandt.de… Warum hört man eigentlich nichts mehr von denen?!
Naja das hat für mich einfach den Beigeschmack, dass die Gründer gedacht haben man kann mal schnell Kohle abgreifen!
Sorry aber wenn jeder gleich nach ein paar Monaten seine Idee wieder aufgeben würde, wären wir heute immer noch auf den Bäumen… Von einem echten Gründer erwarte ich da schon ein bisschen mehr Einsatz, Durchhaltewillen alle anderen siehe oben.
@Tim
na die Gründer von vrwdt sind doch busy als Jurymitglieder, weil sie soooo viieeel Ahnung haben;) Hab einen mal live erlebt, man man mansolche dünnen Bretter nennt man Butterbrotpapier. Eigentlich müsste die bei jedem Vortrag sagen:
… 2000 haben wir ne menge Glück gehabt, seitdem probieren wir rum was geht und manchmal finden wir sogar einen Investor der auch probiert was so geht….
Wie steht es den mit dem LG Interview oder ist der auch busy:))
leicht offtopic:
Wenn ich mir den Beitrag auf bsc thnkg über das tolle Startup choci so anschaue drängt sich mir auf, dass Basic wohl für Bodensatz steht.
Mensch B. über so ein 10 klassiges Startup solch Beitrage zu verfassen ich weis ja nicht. Für ein paar Tafeln Schokolade scheine Deutschlands A Blogger ja wohl alles zu tun.
Vieleicht denk RB aber auch mit meinem Blog kann ich Sch… zu Gold machen…
Sorry aber wenn ich sowas lesen kommt es mir hoch. Ein unfertiges, billig zusammengeschustertes Projektchen wird gepusht, peinlich, peinlich!
…ich denke einfach, dass viele der Gründer & Gründerinnen, nicht wissen, wie man Umsatz macht, und rein auf Werbung, traffic und User zu setzen ist halt doch wenig für einen Business Case – IMHO – Gruss TS
@John
Ja, meine Meinung über RB ist auch in den Keller gerutscht durch die letzten Artikel und das Gespräch, daß ich mit ihm hatte. Da scheint jemand sich schon über den Wolken zu wähnen….
@Thomas
Ich denke viele Gründer verlassen sich auch zu sehr auf das “ich bringe Traffic auf die Seite und dann schauen wir mal”-Konzept.
Das mag bei Google und wenigen funktioniert haben. Aber man sollte sich immer überlegen wie verdiene ich auch Geld und verbrenne es nicht nur. Irgendwo muß (mittelfristig) realer Umsatz her, der nicht nur von Werbung abhängt. Gerade Giga-Seiten wie studiVZ etc. machen in dem Bereich eh die Preise kaputt.
Autoki hat die Ausfahrt zum Megaexit verpasst.
http://www.deutsche-startups.de/2008/09/08/boxenstopp-fuer-autoki/#comments