Auf Gründerszene gibt es hier ein Interview und die Aussage von Lukasz, dass er sich verstärkt in der Spielebranche engagieren möchte. Die Spielebranche aber ist eine der zersplittertsten und umkämpften Branchen, die ich kenne. Mein größter Respekt gilt den Entwicklern dieser Branche, die wirklich Unglaubliches leisten und oft am Rande der Genialität / Wahnsinns leben (meine ich positiv). Lukasz schrieb, dass er nicht weiss, wer dort das “who ist who” ist, was mich an eine schillernde Persönlichkeit erinnert: David Perry.
Wer David Perry ist? Er wurde mit der damaligen Umsetzung des Spiels Aladdin für PC berühmt weil es herausragend designt wurde. Danach kamen Knaller wie Earthworm Jim, MDK (Murder Death Kill, dass den Snyper-Effekt einführte), Messiah und andere. David machte sich dabei leider oft zu Unrecht die Leistungen seines Teams zu eigen, baute aber so sich selber als eine Art Rockstar auf, der sich gerne vor Hubschrauber, Ferrari etc. fotographieren liess. Ein Multimulionär, der eine grosse Klappe hat. Teils verdient, teils nicht und ein Bubble-Meister ist und auch einer der ersten in der Branche war.
Und was macht Dave heute? Wie jedes Jahr war er auch auf der Game Developers Conference in San Franciso und promoted unter anderem Acclaim. Aber Dave wurde auch auf das Web 2.0 aufmerksam und interessiert sich, wie ich auch auch, für die Schnittstellen zwischen beiden und das enorme Potential. Hier gibt es ein lesenswertes Interview mit Dave, wie er die Welt sieht und was ansteht. Pflichtlektüre, denn es zeigt sehr gut, wie sich die Sicht der traditionellen Entwickler ändert. Seine Enthusiasmus was dezentrale Spieleentwicklung angeht teile ich nicht, aber es lässt sich gut vermarkten und hört sich gut an ![]()
Zwangsläufig kommt man bei der Verschmelzung von Spielen und Web 2.0 dann auch zu den Clons des Penguin Club wie Panfu etc. Im Gegensatz zu Lukasz glaube ich aber, dass es nicht zu spät ist und man sich noch sehr gut positionieren kann, den der Spielemarkt ist extrem fragmentiert und wo er sich mit dem Web 2.0 vermischt ist viel Bewegung drin. Gerade hier sind die Chance für extrem(!) gute Exits sehr hoch, leider damit auch für das Gebubbel. Und was diesen Markt angeht, heisst die Zielvorgabe “look east”. Ich weiss, dass wir in 2 Monaten und 4 Monaten zwei sehr schöne Startups aus dem Bereich sehen werden. Ich drücke den Gründern die Daumen und hoffe auf wenig gebubbel ![]()
“Darum haben wir beschlossen, nicht nur das Design, sondern auch die Programmierung durch die Community erstellen zu lassen, oder besser gesagt, durch Independent-Teams.”
Die Spielerbranche scheint ja geradezu ein Tummelfeld für AAL-Unternehmer zu sein…da liegt tatsächlich einiges an Bubble-Potenzial.
Ich finde die Verschmelzung auch sehr interessant und schreibe gerade meine Diplomarbeit über Facetten, die bei vielen Webangeboten viel zu kurz kommen: Spaß & Spiel!
etwas off topic: was den bericht zur polnischen Marktlage angeht
ich bin polnischen ursprungs und habe in polen und in deutschland familie. und ich bin gestern erschrocken!
auf nasza-klasa.pl habe ich ALLE (ich sage es nochmal ALLE!!!) Personen inklusive eigener Familie, die ich aus Polen und aus Deutschland kenne (mit Familie in Polen) gefunden.
das sind ziemlich genau 232 leutz. trefferquote 100%!
man, wenn das nicht repräsentativ ist…
Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, nasza-klasa hat sich als der Standard etabliert, wenn man Kontakt zu Menschen aus seiner alten Heimat sucht. Selbst wenn diese jetzt in Schottland etc. studieren, findet man sie wieder. Aber ich denke das ist auch nur bei Menschen polnischen Ursprungs so, ein rein deutsche Copycat funktioniert so nicht.
Gibt es auf deutsche-startups mittlerweile den Bericht zum polnischen Markt? Ist ja nur schon fast zwie Monate her, nachdem der dortige Journalist das als Ausrede benutzt hat
Ich war auch auf der GDC und kann Deine Einschätzung nur bestätigen. Penguin Club ist nur der Anfang, da ist noch viel mehr möglich. Ein Beispiel wird Lukasz bald auf Gründerszene vorstellen, zumindest hat er mit den Jungs von eWave Interactive auch ein Interview gemacht. eWave hat eine Community-Software entwickelt, die rockt.
Erstmal ist sie cross-platform für PC (Flash), Handy (Java) und Nintendo DS. Ja genau, die weltweit erste Community-Software für die DS, immerhin mit bald 70 Mio. Einheiten die erfolgreichste mobile Spielekonsole der Welt. Dann ist die Community von sog. Bots bevölkert, die von einer KI gesteuert werden. Die Bots verstehen normale Sprache (Text) und können flexibel antworten. Manche haben Spezialfähigkeiten und können z.B. Informationen aus dem Internet beschaffen, wie Wetterberichte oder Börsenkurse.
Die Bots sind auch genial für Werbung zu gebrauchen. eWave hat da schon einen Bot für den Fußballclub Turbine Potsdam programmiert, der alles zur Mannschaft erzählen kann.
Aber es gibt noch mehr. An die Community sind Multiplayer-Games angeschlossen, die man mit seinem Avatar spielen kann. Am Anfang startet eWave mit Poker. Manche Bots können übrigens auch Poker, also kann es dann passieren, daß man vom Wetter-Bot zu einer Runde Poker eingeladen wird.
Das Geschäftsmodell ist auch überzeugend. Die Community soll vor allem als White Label Solution an Portalbetreiber oder Markenartikler lizensiert werden. Da stehen schon ein paar große Namen in der Sales Pipeline.
Wie mir die Gründer sagten, machen sie derzeit eine kleine Finanzierungsrunde. Wer also Geld frei hat, sollte da mal einen Blick darauf werden. Das meinte auch Internet-Legende Alex Vieux (Red Herring), mit dem ich auf der GDC ein Meeting hatte. Er meinte eWave hätte ihn sehr beeindruckt und er wird sie auf der Red Herring Wireless in Peking entsprechend featuren.
Penguin Club erhielt übrigens die Rekordbewertung von 1000 USD pro User !!! Zum Vergleich, XING hat eine Bewertung von 50 Euro pro User.
Das zeigt das enorme Potential von Entertainment-Communities, wie sie auch eWave entwickelt hat.
was bedeutet diese bewertung pro user und wie wird sie erreicht?
Na ja, ganz einfach. Penguin Club hat 700.000 User und hat beim Verkauf an Disney 700.000.000 USD erzielt. Macht also 1000 USD pro User. Man muß aber dabei sagen, daß jeder User knapp 6 Euro im Monat bezahlt, es sind also alles “Premium-User”. Dennoch eine sehr hohe Bewertung.
@Cheater
Ich hoffe inständig, dass Du nur bei irgendnem Startup arbeitest aber nicht bei nem VC. Du vergleichst Äpfel mit Birnen.
A) Einen Wert, der sich an der Börse gebildet hat
B) Einen Wert bei einer Übernahme
Bei B) erfolgt die Bewertung nicht durch den Markt, sondern durch den Käufer, der fundamental den Wert erhöhen kann. Disney dividiert da nicht durch 700.000, sondern hat die zukünftigen Wachstumspotentiale mit eingepreist. Darüber hinaus war der Kaufpreis nicht 700 M sondern war gestaffelt: 350 M in Cash und nochmal 350 möglicher Earnout für das gesamte Team bis 2009
http://www.paidcontent.org/entry/419-disney-acquires-club-penguin-in-deal-values-at-700-million-to-be-brande/
Natürlich werden an der Börse auch Erwartungswerte gehandelt, aber würde sich jetzt CNN entschließen XING zu kaufen, würde der Wert auch um einiges nach oben gehen.
warum bezahlt man für ein unternehmen das im jahr “nur” 6 millionen bringt 700 millionen??
@Cheater
Das klingt ja fast so, als hättest Du dort investiert
Die Idee finde ich nicht schlecht, aber ich glaube es erst, wenn es funktioniert. Versprochen haben schon einige so eine Lösung, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass so etwas meistens auf dem Papier gut klingt, aber noch nicht richtig umgesetzt wurde.
Die besten Bots, die ich bisher gesehen habe stammten damals noch von Kiwilogic, wenn ich mich recht erinnere. Und selbst dort einen Bot aufbauen zu lassen war extrem kostspielig, aber, er hat den Nutzer dann einigermassen verstanden.
Schnittmenge Community Spiele finde ich sehr genial. Aber ob die Refinanzierung über Whitelabel klappt… Ich bin da skeptisch. Als reiner Technologieanbieter müsste man noch einen Mehrwert bieten… Vielleicht erstmal ein paar Kunden kostenlos einbinden wie es Weblin generell macht. Dort werden die Koops ja verschenkt, damit die überhaupt noch User finden.
@Sanchoz
Die Antwort ist ganz einfach: “Hoffnung”.
Es ist allein mit der Hoffnung begründet, daß dieses Startup einmal so viel Potential entfalten wird, daß es tatsächlich diesen Preis rechtfertigt. Der Käufer und Verkäufer einigen sich dabei auf diesen Wert. Ob das Unternehmen tatsächlich so viel Wert ist, sagt dieser Preis aber nicht. Da ist man wieder bei “Hoffnung”.
@sanchoz.
lesen! es sind 60 mio. und ich hab den artikel auch gerade erst fertig gelesen. sie sagen sie hätten 12 Mio. registrierte Nutzer… natürlich viele tote Accounts mit Sicherheit dabei, aber das ist zumindest auch noch eine attraktive eMail Basis..
@Tim
man könnte ja fast glauben das Du nicht an wbln glaubst;)
Dabei habe die doch gerade erst wieder einen Preis gekriegt, so wie mymsli da müssen die doch einfach toll sein:))
@Petra, ich habe nix von einem Börsenwert bei Penguin Club gesagt, sondern einfach von einer Bewertung gesprochen. Und der Preis pro User ist durchaus ein üblicher Indikator, um den Kaufpreis in irgend einer Form vergleichbar zu machen. Aber wenn Dir der Vergleich mit XING nicht gefällt, dann nimm doch Facebook. Da waren es bei einer Bewertung von 10 Mrd. Euro durch Microsoft immerhin ca. 150 Euro pro User. Noch immer ein gewaltiger Abstand zu Penguin Club.
@Tim, ich könnte mir durchaus vorstellen, bei eWave einzusteigen. Aber die suchen im Augenblick nur noch 100-150 TEUR, und das ist mir zu wenig.
Ich habe mir die Bots auf der GDC zeigen lassen, da ist natürlich noch eine Baustelle (wie immer bei Technologiefirmen), aber es klang schon recht vielversprechend. Die Bots können recht viel. Man muß auch immer bedenken, daß man eine Community eher mit einem MMO vergleichen muß, die Performance also extrem hoch sein muß. Das ist was ganz anderes als bei einem Single-Player-Game, wenn der KI ein Pentium 4 Dual-Core zur Vergügung steht.
Der CTO von eWave hat übrigens in KI promoviert, von daher traue ich den Jungs schon was zu.
Den Vertrieb über “White Label” finde ich genial, weil man so schneller eine kritische Masse an Usern ohne den enormen Marketingaufwand bekommt. Umsonst gibt es bei eWave allerdings nichts, die Lizenzen fangen irgendwo bei 150 TEUR an. Finde ich auch richtig so, wenn ein großer Partner kein Geld investieren will, dann fehlt auch das Commitment, um eine Lösung zum Erfolg zu bringen. Siehe Weblin.
@John
Ja, ich mag wbln nicht, aber nicht aus persönlichen gründen, sondern weil ich einfach sehe, dass dort extrem vie schief geht. Die hatten eine geniale Coverage in den Medien, die haben Preise ohne ende bekommen (wobei ich persönlich nicht viel von Preisen halte) und trotz allem schaffen Sie es nicht, nach einem Jahr mehr als 22.000 Nutzer zu generieren. Das heisst deren Konvertierungsquote ist extremst niedrig. Da muss doch dann jeder normale Mensch irgendwann sehen “aha, ich werde “gehypt”, ich werde in den Medien genannt, aber mein Produkt flopt. Woran kann das liegen?!”. Darauf gibt es nur zwei Antworten, Team und Produkt. Also was mache ich? Eben, nachbessern, umbauen etc. aber das bekommt man da nicht hin, sowohl von der PR als auch von der Technikseite. Ich sollte ein Konkurrenzprodukt aus der Taufe heben lassen, nur als Beispiel wie man es machen sollte…
@Cheater
natürlich arbeitet man bei einem MMOG immer mit anderer Performance, aber ich denke die Bots sind trotzdem der Knackpunkt, da haben sich schon viele die Zähne ausgebissen. Gerade bei KI würde ich wahrscheinlich kritischer sein.
Das man mit “White Label” schneller eine Masse bei 150TEUR Lizenzen aufbaut glaube ich nicht, da der Kundenkreis begrenzt ist und der eben auch erst die Community aufbauen muss.
Das würde ich aber bei 150TEUR+ pro Lizenz auch nicht als so relevant sehen, da ja das Basismodell ein anderes ist und man sich somit eher als Middleware-Lieferant positioniert, wie ich raushöre. Eine sehr erfolgreiche Community würde damit schon ausreichen (siehe Middleware Konzept hinter der Unreal-Engine etc.)
Es mag der Wein sein, aber ich denke einen Gegenpol zu Weblin aufzubauen hat etwas bzw. eine Startup, das es einfach besser macht. Wir wollten schon einmal in ein ähnliches Startup investieren, leider haben die Gründer sich verworfen, bevor es publik wurde. Wenn ich die Idee morgen noch gut finde… mal schauen…
Ein Problem von wbln scheint mir zu sein, dass man sich darauf verlassen hat, dass alles durch den Pressehype schon zum laufen kommt. Heile Welt!
Nun stellt man mit entsetzten fest, dass nichts! läuft und ist völlig ratlos warum. Wenn ich mir das Team (und deren Titel:)) anschaue versteht man schon besser warum alles gegen die Wand läuft.
@Cheater/#16:
also ich würd sagen, mit DEM Comment, hast Du Dich wohl endgültig als simpler Forentroll geoutet. Geh bitte woanders spielen, schon bei #5 hab ich gedacht “nee, ist richtig”… aber das hat jetzt alles übertroffen. Wenn Du wirklich so wichtig wärst, wie Du uns zu suggerieren versuchst, würdest Du hier nicht so ein Pseudo-Geseier loslassen. Gähn, gähn, gähn!
@bierbrauer, den Kommentar verstehe ich jetzt nicht. Habe ich irgendwo behauptet, wichtig zu sein? Wenn Du jemand als wichtig betrachtest, der 100.000 Euro investiert, dann spielen wir vermutlich in zwei ganz verschiedenen Ligen.
Warum eigentlich Spielebranche PLUS Web 2.0?
Die Branche hat auch so genug Potential.
Wenn mir jemand 100.000-200.000 € gibt, kann ich auch in Deutschland innerhalb von 10-12 Monaten ein schönes NextGen Spiel schaffen. Digitale Distribution via XBLA, PSN oder WiiWare machen es möglich.
@florian
Dass Du das mit 100.000 Euro erreichen kannst bezweifel ich. Vor allem eins, dass die Kosten wieder einspielt. Wenn Du schon einmal für PS, XBOX oder Wii entwickelt (entwickeln lassen) hast, merkst Du das schnell.
@Tim
Ganz grün bin ich ja auch nicht, aber unter folgenden Voraussetzungen geht es. (100-200K war die Ansage)
1. Es muss ein Download-Spiel sein, am besten Wii Ware.
2. Die DevKits müssen entweder vorhanden sein oder bei einem befreundeten Unternehmen ausgeliehen werden (üblich)
3. Kleines aber hoch talentiertes Team.
4. Grafik-Assets, Sound und Testing müssen im Ostblock oder Indien gemacht werden.
5. so gut wie kein Business Overhead
6. Marketing und PR nicht eingerechnet
Musterrechnung:
intern:
Lead Programmer 10 Monate á 3200€ = 32.000
Lead Designer 10 Monate á 3500€ = 35.000
Lead Grafik 10 Monate á 2500€= 25.000
2. Programmierer (junior) 10 Monate á 2000€ = 20.000
Gesamtleitung (Business und Producing) 10 Monate á 2500€ = 25.000
2 Praktikanten á 500€ = 10.000
extern:
Grafik Assets 30.000
Sound 3.000
Beta und LOT Check 20.000
Wo findet man ein “hoch talentiertes Team”, welcehs für solche Dumping-Löhne arbeitet?
Die Löhne sind für die Gamesbranche üblich, oft wird noch wesentlich weniger gezahlt. Die Rechnung ist trotzdem falsch, weil man in 10 Monaten kein hochwertiges Spiel programmieren kann, schon gar nicht mit einem so kleinen Team. Das ist völliger Unsinn.
Außerdem bekommt man keine Top-Leute für so ein Mini-Projekt. Die müssen fest angestellt sein und über Jahre aufgebaut werden. Oder man hat schon Blockbuster produziert und jeder reißt sich um den Job.
Unter 1 Mio. Euro für ein Wii-Game läuft da gar nichts mehr, die meisten Budgets liegen höher.
Da kann ich Cheater nur bestätigen. Die Löhne in der Gamesbranche sind suboptimal, um es mal milde zu sagen. Aber es hängt immer davon ab wo man arbeitet. Mit der Erfahrung steigen die Löhne aber steil an und wenn man an Siedler etc. mitgearbeitet hat bzw. maßgebend beteiligt war, kann es deutlich mehr sein.
Aber die Zeitspanne und das Team ist eindeutlich zu unrealistisch bemessen für ein hochwertiges Spiel. Das reicht für eine Mini-Casual-Game. Und Wii Programmierer sind nicht gerade reich gesäht
Ohje, und ich dachte die Web-Leute wären schon unterbezahlt. Danke für die Aufklärung.
Bei den Games-Leute ist das aber auch etwas anderes. Als Team kannst Du dort sehr schnell viel Geld machen, wenn Du richtig(!) gut bist. Und das heißt nicht wie in der Web 2.0 Branche einfach dumm rumlabern, sondern gute Spiel entwickeln, die Spaß machen. Der Entwickler von Zuma (Casual-Game) ist mittlerweile z.B. Multimillionär. Allerdings ist das Rating von Spielen wesentlich schwieriger, den PR hilft nicht wirklich, der Spaßfaktor zählt oder der Titel (erinnert sich noch wer an “Autobahnraser”?).
Im Grunde kann man die Gamesbranche von der Bezahlung und Arbeitsweise am ehesten mit der Agenturbranche vergleichen. Beide haben im Idealfall Sex (methaphorisch gesprochen
).
Also mal langsam, ich habe nie von einem Vollpreis Retail-Spiel gesprochen.
Dass wir da bei 700k-8mio sind ist klar.
Es ging um Wii Ware,die maximale Größe für so ein Spiel liegt bei etwas über 40MB, da kann dann auch nicht viel an Inhalt rein.Und casual würde sich hier auch anbieten.
Ein hochtalentiertes Team, dass für das Geld arbeitet findet sich an vielen Hochschulen, und wenn man auf Veranstaltungen wie DICE in den USA schaut, dann sind schon mit kleineren Teams gute Spiele entstanden.
Klar oft sind die kleinen guten Spiele auch Nebenprojekte großer Studios wie GalaxyWars oder LostWinds, aber gerade aus den Unis kommt viel und es ist für beide Seiten ein gutes Geschäft, wenn man den Absolventen ein Projekt finanziert und die DevKits hinstellt ist das gut für sie und billig für den Auftraggeber.
Hat jemand 200k €? dann können wir das ja probieren!
P.S.
und ja die Bezahlung in der Branche ist mitunter unterirdisch, das liegt aber auch da dran, dass soviele Menschen bereit sind ihre Seele zu verkaufen um in der Games Industrie tätig zu sein.
Wen die amerikanischen Verhältnisse interessieren, kann sich den letzten IGN Nintendo Voice Chat anhören, dort reden die Redakteure, die zum Teil auch in der Industrie tätig waren ganz offen über Gehälter.
Andererseits gibt es auch Firmen, die die Mitarbeiter am Erfolg beteiligen und dann kann man auch schnell reich werden. Leider spekulieren zu viele darauf und auf 1000 die sich für weniger als 10€ Stundenlohn abschuften kommt einer der es schafft.
@florian
Welche erfolgreichen (Casual) Spiele sind von deutschen(!) Unis gekommen?
Spiele sind eben nicht Technik, sondern Spielspaß.
Genau wie die Deutsche sehr gut Technik in Spiele einbringen, die Franzosen die besten Grafiken zaubern und die Amerikaner eben den besten Spielspaß (Osteuropa holt da sehr gut auf).
Wer sagt, dass ich von einem (rein) deutschen Team rede?
Aber selbst wenn, man gibt den deutschen Absolventen viel zu wenig Chancen, wieso sollen die soviel schlechter sein als ihre amerikanischen Kommilitonen?
Erfolgreiche deutsche Casuals gab es aber durchaus: Moorhuhn und Co.
“Erfolgreiche deutsche Casuals gab es aber durchaus: Moorhuhn und Co.”
Ein Co. sehe ich nicht und Moorhuhn war Zufall. Es gab nur ca. 3 Spiele seitdem (1999/2000), die ähnlich erfolgreich waren und von Deutschen entwickelt wurden.
Deutsche Absolventen sind leider zu technisch (meine Berufserfahrung). Meistens muß man das Gamedesign jemand (nichtdeutschem) überlassen, damit es international erfolgreich wird. Und nur dann(!) spielt ein Casual auch wieder seine Kosten ein.
Ich wußte gar nicht, daß man an der Uni gute Game-Programmierer finden kann…
Meine Erfahrung ist, die wollen meistens die dicke Kohle bei SAP machen, so 6000-8000 Einstiegsgehalt betrachten die als völlig angemessen.
Ein gutes Game läßt sich aber nicht mit MS Project planen, wie Zampano schon sagte, es geht um den Spielspaß. Und da findet man oft Quereinsteiger in der Branche, die dann die besten Game Designer sind. Mit den Lebensläufen würde die keine normale Softwarefirma einstellen.
anyway man (ich) würde so ein Team finden und es ginge für das Geld.
anyway, ich glaube kaum, daß man (Tim) oder ein anderer Dir das geben würde (nicht bös gemeint)
stimmt, das glaube ich auch nicht und besonders klug wäre es sowieso im moment nicht, denn um mich von meinem momentanen Projekt wegzukaufen muss man noch was oben drauf legen.
@florian 39
:))
Du bist aber noch nicht so alt oder? Ich schätze mal unter 25.
schmeichelhaft, aber nein, ich bin über 35 (27).
Und du doch schon 40?
http://chaosradio.ccc.de/cre089.html
sehr sehr viele Informationen!